(T)Raumlager Obernkirchen 2004
Periode 1 (Text: Birthe und Elena; Fotos: Dierk-Ulrich und Claudia)
29.August 2004, 10:02 MEZ. An der Bölckeschen Residenz finden sich die letzten von 20 hochmotivierten Schwimmradsportlern ein, ausgehungert nach fünfwöchiger Schwimmabstinenz, und begierig auf eine Woche Trainingslager unter widrigsten Bedingungen. Wie z.B. SELBSTVERSORGUNG.
Unser erster Prüfstein: Die 61,3 !!!!!!!!!!! km lange Anfahrt mit dem Fahrrad!!!!!!!!, die wir heldenhaft absolvierten. Die Tücken der Technik hielten ein paar mal den Verkehr auf (s. Mundteile für "praktische" Rucksacktrinksysteme.....manchmal ist die gute alte Sigg-Flasche zum Zuschrauben doch recht praktisch), und doch:
Wir durchmaßen halb Lippe, überquerten den Himalaja, überlebten die Sintflut, durchquerten den Ort Röhrkasten und kamen nach 3 h 22 min 53 sek mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,1 km/h im Sonnenbrinkbad an, welches für eine Woche unsere Heimstatt werden sollte.
Und schon ging es los: Altersabgestimmtes Training, was nach der komplizierten Formel "Alter x 100m = Strecke" berechnet werden sollte. Wer auf die Idee kam, man könne es auch als "Jahrgang mal 100m" rechnen, bleibt bis heute ein Rätsel.
Was anderen Leuten das Ecstasy ist, ist uns das Schwimmen. Aufgedreht und quasselig wie wir waren musste unsere liebe Trainerin uns um kurz nach zehn zur Ruhe rufen, damit wir reelle Chancen auf ein Überleben am morgigen Tag hätten.
Periode 2 (Text: Birthe und Elena; Fotos: Claudia)
"Guten Morgen Gertrude!" "Guten Morgen Bertholde!"
-die fleißigen Frühschwimmer Obernkirchens machen jeden Wecker überflüssig. Obwohl einigen in der Nacht die Luft entwichen war, hatten wir gut geschlafen, wenn auch nicht genug. Das zumindest der Stille am Frühstückstisch nach zu urteilen.
Ja, dann hatten wir zwei Stunden Training. "Eigentlich ganz gut, obwohl ich abgesoffen bin". (O-Ton T.B . Wegen Berücksichtigung der Privatatmosphäre - wieder O-Ton T.B.- kann der vollständige Name hier nicht erwähnt werden).
Bei dem anschließenden Mittagessen waren dann alle froh, dass sie das anstrengende Training gemeistert hatten und es wurde etwas lebhafter.
Demnach war auch die Mittagsruhe nicht unbedingt erholsam, doch als fast alle in die Stadt verschwunden waren, konnten die restlichen ermatteten Schwimmer ein kleines Schläfchen halten, oder sich von Astrid ordentlich durchkneten lassen, denn jeder hatte schon irgendwo Muskelkater, der beseitigt werden musste.
So ging auch das Abendtraining schnell vorbei und wir waren noch ausgeruht genug, um bis in die Nacht zu quatschen.
Periode 3 (Text: Elena; Fotos: Claudia)
Nach einer - für die meisten Schwimmer- ereignisreichen Nacht fiel das Aufstehen nicht sehr leicht, doch durch die 70 frischen Brötchen, die plötzlich auf den Tischen standen, wurde selbst die letzte Schlafmütze geweckt.
Als die Spuren des Frühstücks endgültig beseitigt waren, ging es um kurz vor zehn mit dem Trockentraining los. Daran schloss sich das Brusttraining an! Eigentlich nicht so schlimm, denkt sich der unbeteiligte Leser, doch wer hätte auch nur ahnen können, dass wir an diesem Tag 8 km schwimmen würden?
Nach dem anstrengenden Training stürzten sich 20 Schwimmer auf die nächste Mahlzeit. Die danach vorgesehene Mittagsruhe konnte nach einigen Debatten über Lautstärke und Sinn allerdings doch gehalten werden.
Am Nachmittag pilgerten dann viele SV-Detmold Schwimmer in kleinen oder größeren Grüppchen in die Stadt, um ausschließlich gesunde Nahrung für die nächsten Tage einzukaufen. Man traf sich beim leckeren Abendessen, das aus Hühnerfrikassee bestand, wieder. Wir waren allerdings (ganz gegen unsere Natur) ziemlich still, denn wir mussten unsere Kräfte für das nun anstehende Abendtraining schonen, bei dem wir nun noch von 5,4 km auf die rekordverdächtigen 8 km schwimmen sollten.
Müde und kaputt stiegen wir wieder aus dem Wasser, doch nach einem letzten Snack vor dem Schlafengehen blieb genug Zeit für ein Schwätzchen mit der Trainerin oder seinen Leidensgenossen über das schreckliche Training an diesem Tag ;-)!!!!!!
Wieder ist ein schöner Trainingslagertag schnell vorbeigegangen!
Periode 4 (Text: Elena)
Am vierten Tag des Trainingslagers war langsam Ruhe eingekehrt. Wir standen alle mehr oder weniger pünktlich auf und versuchten noch vor dem Frühstück uns ein wenig fein zu machen, doch jeder, der wieder aus dem Bad kam, sah unverändert aus.
Aber unter einer Badekappe kann man die missglückte Frisur prima verstecken und so ging es gleich nach dem Frühstück zum Lagentraining ins kühle Nass. Wie immer quälten wir uns durchs Wasser und versuchten dabei, die schwierigen Aufgaben unserer Trainerin zu bewältigen (z.B. drücken, reißen schieben, pressen, bohren, drehen, kratzen und ab und zu auch nur schwimmen).
Obwohl Claudia nach dem Essen und der Mittagsruhe geplant hatte, den Nachmittag mit einem Kulturprogramm zu füllen, sagten ihre Schwimmer geistesgegenwärtig, sie müssen noch eine Briefmarke einkaufen und verschwanden blitzschnell in der Stadt, so dass Claudias Pläne ins Wasser fielen und sie selber trainieren ging. (Da haben wir aber noch mal Glück gehabt!)
Als alle wieder eingetrudelt waren, gab es ein leckeres Essen und danach verschwanden wir alle in der Dunkelheit, um unsere nun schon üblichen drei 800er zu schwimmen. Danach ließen wir den Abend bei einer letzten Mahlzeit gemütlich ausklingen.
(Wahrscheinlich fragt man sich, ob wir im Trainingslager nur gegessen haben, aber neben dem Schwimmen haben wir damit die meiste Zeit verbracht. Doch wir können neben Schwimmen, Essen und Schlafen noch andere Dinge, nämlich: Radeln, Tischtennisspielen, Kochen, ums Becken rennen und Dauerduschen!!!)
Periode 5 (Text: Elena)
Getreu dem Motto "Morgen Abend sind wir ja schon wieder zu Hause" waren wir an diesem Tag hoch motiviert und freuten uns auf die vielen Kilometer auf dem Rücken.
Unsere Trainerin scheuchte uns durchs Wasser und wurde heute erstmals auch am Rand sportlich aktiv, denn einige Schwimmer (wir wollen keine Namen nennen, doch sie werden als Elefanten bezeichnet) zogen so langsam, dass Claudia fast einen Herzinfarkt bekam.
Am Nachmittag reiste die erste Schwimmerin schon ab, um ihre Austauschschülerin in Empfang zu nehmen und zwei neue Schwimmerinnen kamen, um die letzte Nacht im Trainingslager zu verbringen. Die anderen gingen wie gewohnt in die Stadt.
Nach dem Essen am Abend spulten wir auch noch das Abendtraining herunter und freuten uns dabei auf die warme Dusche danach, denn an diesem Tag war das Wasser ungewöhnlich kalt. Der Grund war ein Wasserrohrbruch.
Als wir nun endlich unter der Dusche standen und gerade einshampooniert quatschten, war es mit unserer Freude vorbei. Das warme Wasser war nun weg und wir mussten wohl oder übel unter dem eisigen Wasser weiterduschen. Den Jungen erging es auch nicht besser, denn die mussten im Wasser verharren, bis die Damen des Aquajoggingkurses die Herrenduschen wieder freigegeben hatten.
Dann aßen wir wieder etwas und verbrachten den Rest des Abends in der Küche bei einem gemütlichen Schwätzchen und aßen die restlichen Vorräte auf.

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