Trainingslager in Obernkirchen

Obernkirchen entwickelt sich zu einem besonderen Ziel für die Detmolder Schwimmer.

Bislang lockten das 24-Stunden-Schwimmen und der Barbarossa-Pokal - nun also ein Trainingslager! 6 Tage lang - von Sonntag bis Freitag - war sportliche Ertüchtigung angesagt. 2 Tage Fahrradfahren, 4 Tage Schwimmen und 1 Tag sogar beides.

Sonntag, 7.9.03 (Anna, Lisa, Rabea, Mona)

"Früh" um 10.00 Uhr war Treffen bei Claudia und großes Verstauen des Gepäcks in den bereitstehenden Autos (Profis fahren immer ohne Gepäck).

Die erste Panne traf uns schon 10 Minuten nach der Abfahrt: Rabeas Kette hatte sich verklemmt und benötigte etwas Gewaltanwendung. Kurz vor der ersten Pause zeigten sich erste Anzeichen von Erschöpfung und Anna und Rabea verursachten den ersten und letzten Unfall.

Kurz vor dem Ziel teilte Claudia uns mit, dass nur noch ein Hügel kommen würde - nach 5 Minuten hatten wir aber schon den dritten Berg hinter uns (Profis kennen nur "Hügel").

Nach ungefähr 4 1/2 Stunden anstrengender Fahrt erreichten wir erschöpft unser Ziel: das Freibad!
Die insgesamt 60 Kilometer legten wir in 15 km-Etappen zurück.

Unser "Zuhause" für die nächsten Tage war ein Gymnastikraum - für uns der Schlaf-, Essens- und Aufenthaltsraum - direkt neben dem Obernkirchner Freibad.
Das Bad wird mit der Abwärme aus dem benachbarten Betrieb geheizt und ist deswegen nicht zu kühl. Um das Fahrradfahren zu vergessen, gönnten sich einige sogleich eine "Abkühlung" in dem angenehm warmen Wasser.

Die Bestimmung des Küchendienstes erfolgte absolut freiwillig (Profis machen alles mit) und der erste Tag klang mit Musik, Spielen am und im Wasser und meditativer Beschäftigung (Profis schlaffen nicht rum) aus.

Montag, 8.9.03 (Toni, Anna-Vera, Nele)

"Klack, klack, klack!" Davon wachten die ersten gegen 5.30 Uhr auf. "Guten Morgen, Gertrude!" Hilfe, Frühschwimmer!

Nachdem wieder alle ins Kissen zurückgesunken und eingeschlafen waren, wachten schließlich alle gegen Viertel nach Acht auf. Der Küchendienst schritt zur Tat und alle fingen an zu frühstücken. Daraufhin zogen sich alle an, putzten Zähne und gingen in 3-er-Gruppen zum mentalen Training bei Claudia.

Um 10 Uhr ging es richtig los! TRAINING! Vom lockeren Einschwimmen bis zu langen Übungen.
Und die Quietscheenten (Fachausdruck für kleine Profis) hingen sich an den Füßen! (Für Trainer ein bekanntes Bild: Die Bahn ist 50 m lang und alle drubbeln sich auf den gleichen 3 Metern.)

Beim Mittagessen brach die Nudeleritis aus. Alle wollten gebratene Nudeln mit Käse und Salami. In der Mittagspause zwischen halb zwei und halb drei waren alle müde. Man schlief oder las. Trotz strömendem Regen radelten oder liefen einige in die Stadt. Andere machten sich einen gemütlichen Nachmittag beim Spielen oder Bücher lesen. Claudia schnitt Äpfel dazu.

Nach dem Abendessen mussten alle von Jahrgang 88 und älter zu einer zweiten Trainingseinheit starten, während die Quietscheenten sich so im Wasser vergnügten. Gegen 9.00 Uhr wurde es empfindlich kühl und alle gingen rein, um ein zweites Abendessen zu bereiten.

Danach sollte eigentlich Nachtruhe sein, doch die "Großen" setzten sich ans Becken und die "Jüngeren" (beschönigender Ausdruck für Quietscheenten) vergnügten sich im Schlafsaal (das erklären wir lieber nicht näher)!

Dienstag, 9.9.03 (Hans-Walter)

Nach einer kurzen Nacht, in der wir auch noch Daniels Schlafsackproblem gelöst hatten, hieß es morgens um 8.30 Uhr aufstehen und der dritte Tag des Trainingslagers nahm seinen Lauf.

Nach dem Frühstück, dem ersten mit frischen Brötchen - einen herzlichen Dank an die Bäckerei in Obernkirchen City - ging es dann das erste Mal an diesem Tag ins Wasser. Angenehm im Vergleich zum Vortag: Die Sonne scheint!
Und die Motivation des Schwimmers steigt!

Nach fünf erfrischenden Kilometern krochen dann 17 Gestalten die Treppe zum Gruppenraum und zum Mittagessen hoch. In der Pause legten sich die meisten hin, um Kraft zu schöpfen für das, was die Tapferen noch erwarten sollte. Zwei Unermüdliche (zumindest einer, der andere ermüdete später doch noch...) besuchten den Marktkauf, um Nudeln, Reis und andere Grundnahrungsmittel (Fachausdruck für die Hauptnahrung der Profis: Süßigkeiten!) zu beschaffen.

Anna, Claudia, Hans-Walter und Johannes nutzten den Nachmittag für eine Sponti-Tour an das Steinhuder Meer, wodurch sich zu der Schwimmstrecke noch 60 km Radfahren addierten. Die vier schafften es rechtzeitig zurück zum Abendessen, wenn auch teilweise mit seeeehr dicken Beinen (Profis suchen das Abenteuer und den Schmerz).

Damit das Essen überhaupt Sinn machte, wurde anschließend noch etwas trainiert, bevor man voller Vorfreude auf den nächsten Tag und voller Müdigkeit ins Bett oder in ähnliches sank. Gute Nacht!

Mittwoch, 10.9.03

keine besonderen Vorkommnisse bzw. tiefste Meditation der Berichterstatter

Donnerstag, 11.9.03 (Tim, Florian)

Der männlich markanten Kurzfassung der Autoren läßt sich entnehmen, dass an diesem Tag vier entscheidende Dinge passierten:
1. Aufstehen
2. Training (vormittags und abends)
3. Essen (normal)
4. Essen (Chips).
(Profis verlieren nicht viele Worte)

Freitag, 12.9.03 (Peter)

Letzter Tag. Claudia hatte - da ja alle fit sind - eine Doppelbelastung angesetzt (nein, damit sind nicht aufstehen und frühstücken gemeint), nämlich zunächst 2 Stunden Training und dann 3 - 4 Stunden Heimfahrt.

Das Training war der Teil, der recht locker absolviert wurde - außer von gewissen älteren Herren, die am Morgen per Fahrrad angereist waren und sich dann hinter den Quietscheenten vergnügten.

Teil 2 - die Radeltour - war fieserweise eine lange Steigerung: Die ersten zwei Abschnitte ließen sich leicht bewältigen; Abschnitt 3 war charakterisiert durch eine lange Steigung und eine rasante Abfahrt und im Abschnitt 4 ging es nur noch rauf und runter und damit mächtig an die Substanz. Da half auch das vorher genossene Eis wenig. Aber wie gesagt: Profis suchen das Abenteuer...und stecken erst dann auf, wenn sie ohnmächtig im Graben liegen.