Das Trainingslager in Bad Karlshafen - ein Bericht in 7 Episoden

Unser erster Tag (radelnd)

Morgens 9 Uhr Deutschland.
12 Schwimmer und eine Trainerin haben es sich vorgenommen, eine Woche im Trainingslager Bad Karlshafen zu überleben. Begleitet wurden sie von einem "Lumpensammler" der uns bei eventuellen Schäden beistehen sollte (Danke, Peter!).
10 Minuten später begab sich der Tross auf die 80 Kilometer lange Strecke. Nach 5 1/2 Stunden anstrengender Fahrt kam Bad Karlshafen in Sicht.

Nach Befragung mehrer ortskundiger Personen kamen wir zu der Einsicht, dass doch noch ein Berg zu erklimmen sei. Nach Erreichen der Jugendherberge stellten wir fest, dass auch Zivis ihre Mittagsruhe brauchen - und zwar bis 17 Uhr. Aber schließlich erschien er doch noch vorzeitig und wir konnten unsere Zimmer beziehen.

Nach einer ausgiebigen Dusche waren einige zu einer ersten Stadterkundung bereit. Diese einigen gelangten zu der Ansicht, dass die Stadt zwar schön aber ein wenig langweilig sei. Nach dem Abendessen um 18 Uhr bereitete uns Claudia auf die kommenden Trainingseinheiten vor. Nach der Erläuterung der Verhaltensregeln durch den Haus-Zivi (Alkohol und Zigaretten - wir wissen ja...) trauten sich einige noch mal in die Stadt.

Ab zehn Uhr herrscht in diesem Haus Bettruhe, was das Ende dieses Tages bedeutete.
(c) Hans-Walter Brandt, Markus Brand

Da hat nun so manch ein Schwimmer seinen persönlichen Streckenrekord auf dem Radel hochgeschraubt; genau waren es 4:22 Stunden im Sattel, 4 Pausen, ein Schnitt von 18,3 km/h, eine Reifenpanne (wenn Marianne auch immer Rosen dabei haben muss), ein Sturz (immer diese Bremser !), einmal 18 % Steigung.

Gut zufrieden bettete man sich abends in einem Männerchen-Zimmer, einem Mädchen- und einem Damenzimmer.
Claudia

 

Die Mannschaft

Unser zweiter Tag (wie ein Schmetterling)

Das Wasser salzig, aber angenehm, das war der erste Eindruck des Solebads, das jetzt für die nächsten Tage unseren harten, aber erfolgreichen Trainingsstunden standhalten sollte.
Für die Trainingseinheit wurden wir mit leckerem Mittagessen belohnt.

Bevor wir den Minigolfplatz unsicher machten, ließen wir die Mittagsruhepflicht, die nicht ganz unberechtigt war, über uns ergehen. Nach der Platzüberquerung erfrischten sich einige mit Eis oder Kaffee in der nicht allzu großen Stadt.

Nachdem wir die Jugendherberge erfolgreich wieder gefunden haben, und uns das Abendessen schmecken gelassen haben, konnten wir tun und lassen was wir wollten! Gute Nacht!
(c) Marianne Brand, Lisa Kühnle, Anna-Chantal Hoeschen

Nach kreativer Leineninstallation (dank sei dem Feuerwehrknoten) galt die erste Trainingseinheit dem Delphinschwimmen, glatte 3500 m legten sie hin. Klasse !
Die Mini-Golf-Ergebnisse sind an anderer Stelle einzusehen.
Claudia

Schmetterling: Lisa
Marianne
Schmetterling: Lisa
Marianne

Unser dritter Tag (Froschgleich)

8.00 Uhr!!! Plötzlich geht die Tür auf. Eine quietschfidele Trainerin schaut erwartungsvoll in 5 verschlafene Gesichter. Was sie wohl will???

Innerhalb von Sekunden löst sich das Rätsel: "Aufstehen, Frühstücken und dann geht's ab zum Training!" Fünfstimmiges Stöhnen ist die Antwort. Langsam bewegten wir uns aus dem Bett, zum Frühstück und dann zum Training.

Nachdem wir unsere "üblichen" 4 km absolviert hatten, wurden wir in die Mittagspause entlassen. Am Nachmittag konnten wir dann das schöne Wetter im Freibad genießen - natürlich mit obligatorischer Sonnencreme.

Nachdem wir alle ordentlich Sonne getankt hatten gings zum salatfreien Abendessen : -(( . Trotz der vielen Äpfel, die wir nachträglich als Salatersatz gegessen hatten, fühlten sich einige noch dazu fähig Tischtennis zu spielen (wenn auch mehr oder weniger erfolgreich) aber alle hatten ihren Spass, bis einige wenige bemerkten, dass sie noch einen Tagesbericht zu Stande bringen mussten.

-Ausschnitt aus dem alltäglichen Trainingslagerleben- erlebt, nacherzählt und hoffentlich auch gespeichert von: (TÄTTERRÄÄÄÄ !!!!!)
Maren, Marianne und Birthe (TÄTÄÄH TÄTÄTÄÄÄÄ)

Wie schnell 4 km doch üblich werden können; wassertretend, Kacheln beobachtend, gleitend oder gekreuzt zog man im Bruststil seine Bahnen.
Claudia

Brustschwimmer: Maren
Daniel
Brustschwimmer: Maren
Daniel

Unser vierter Tag (Wasserkraulen)

Unser vierter Tag begann so wie jeder andere Tag davor, wir standen kurz vor acht auf, nahmen das Frühstück zu uns und eine Stunde später waren wir auf dem Weg zum Freibad.

Wir freuten uns sehr, dass wir heute Kraul schwimmen durften. Nach den 4000 Metern gemischten Trainings waren wir sehr froh zum Mittagessen zu gehen.

Die Mittagsruhe bis zehn nach zwei war der erste erholsame Teil des Tages. Kurz nach der Ruhestunde beschäftigte sich jeder, so wie er wollte, wobei einige ein "Persönliches Gespräch" mit Claudia unternahmen.

Nach dem Abendessen hatte Claudia die Idee, den Videofilm über Freistilschwimmen anzuschauen und danach auf Kosten des Vereins Eisessen zu gehen. Mit dem Eis in der Hand haben sich einige noch in der Stadt aufgehalten und sind später müde und kaputt in ihre Betten gefallen.
Daniel und Philipp

Wer schwimmt auch mit geschlossenen Augen geradeaus ? Kannst du auf der Stelle schwimmen ? Tja, da gab es doch schon einiges zu knacken im Wasser. Toll, das wieder alle ihre 4 km schwammen.
Nur für die Besichtigung kultureller Orte konnte sich nachmittags einfach niemand aufraffen, dazu muss gesagt werden, dass die Hitze einfach umwerfend war.
Claudia

Das Bad
Das Bad

Unser fünfter Tag (auf dem Rücken)

Es waren einmal 12 knallharte und unberechenbar zähe Schwimmer.
Kein Wasser war ihnen zu nass und kein Startblock zu hoch. Und so kam es, dass sie auch an jenem Tag des Trainingslagers von ihrer immerzu motivierten Trainerin geweckt wurden um zu einem Frühstück für Superlative aufzubrechen (das Frühstück selbst konnte sich durchaus auch sehen lassen!)

Fit für die nächsten Kilometer und bepackt mit schweren Taschen, schlürften die 12 Musketiere inklusive ihrer spritzigen Schwimmteufelin zum Kampfplatz. Ihr Motto "nicht wimmern - schwimmern" !!!

Nach dem triezen mit Thera-Band, der Sprung ins kalte Wasser! Und los ging´s! Kilometer um Kilometer wurden tapfer geschwommen, denn unsere Rückenhelden kannten keine Schmerzen, sie schunden sich bis zur letzten Bahn und krochen am Ende ihrer Kräfte, aber zufrieden mit sich selbst unter die Dusche.

Für die sich jetzt outenden Warmduscher spendierte der Schatzmeister gerne eine Runde warmes Wasser. Frisch geduscht aber ausgelaugt stiefelte das Schwimmgesindel den für sie jetzt endlos erscheinenden Bergpfad zum Schloss hinauf.

Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt wurde, verbrachten die vom Hai verfolgten ihren Schönheitsschlaf! Zwei der tapferen Krieger (die Meisterin und einer ihrer Gesellen) schwangen sich auf ihre Drahtesel um für die Verschlafenen Hüftengoldersatz herbeizuschaffen.

Für die Unermüdlichen sollte es per Velo ins Gebirge, zum kulturellen Höhepunkt des Tages gehen: ein alter Hugenottenturm. Leider hieß es nach einigen Metern schon wieder absatteln, da auch zu der damaligen Zeit noch keine Fahrräder Treppen steigen konnten.

Aber selbstverständlich kann so ein kleiner Umstand unsere tapferen Indianer nicht erschüttern, wären da nicht diese allseits bekannten "Abkürzungen", die schon so manchen Pfadfinder zum Schwitzen gebracht haben, gewesen.

Die sonst so adretten jungen Wasserfreunde hatten nun auch endlich die Gelegenheit ihre Freude an der Natur und ihre Abstammung zu demonstrieren, indem sie engen Kontakt mit Ameisen pflegten und sich von Ast zu Ast hangelten. Der Seelöwe (König der Wassertiere) zeigte das seinen Artgenossen nahezu perfekt!

Die Nacht brach ins Märchenland und das letzte Mahl stärkte unsere Freunde für die folgende Quasseleinheit mitsamt stylistischen Trends! Und Schwupps, gen Abend warens nur noch 11. Einer der Hartgesottenen musste die Truppe verlassen, zwecks Wasserlöschen statt Wasserschwimmen!

....... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch morgen!
Sara und Verena

O-Ton Birthe während des Trainings nach ca. 15 km Gesamtstrecke: "Ich hör jetzt besser." Wirklich, mit diesen Nebenwirkungen hatte ich gar nicht gerechnet, aber das Solewasser soll gut für alles sein.
4 km Rücken (Wassertropfen abschütteln, wippen, rollen, sitzen, oder Bauch zeigen) taten allen Freiwilligen so gut, dass sogar Bedarf nach Kultur bestand (s.o.) Das war wieder ein hocherfreulicher Trainingsteil.
Claudia

Verena und Sara
Auf dem Turm
Märchenland
Verena und Sara
Auf dem Turm
Märchenland
Verena und Sara
Auf dem Turm
Märchenland

Unser sechster Tag (alles durcheinander)

Lagen-Tag, der letzte Trainingstag, 4 km Variationen in Lagen, allle Register wurden noch einmal gezogen; Kombischwimmen und Übungen zur Kopplung waren angesagt. Wunderbar, wie sie ihr Programm herunterspulten.

Nach 19,5 km Gesamtstrecke können sich alle auf die Schulter klopfen, vier wollten noch die Zahl aufrunden und legten 500 m zu. Mit Stadtrundgängen (man konnte in der Tat mehrere davon in kurzer Zeit erledigen), gesunden JH-Mahlzeiten (Hans-Walter: "wir essen zuhause nur Tiefkühlkost"), Eisessen, TT und "wir legen eine Papierrolle auf den Fußboden" (das wissen eben nur Eingeweihte, wie schwer das ist), rundete sich der Tag ab.

Die Zimmertüren auf Winkelgrade genau geöffnet (ich bin eingewiesene Fachfrau dafür), betteten sich alle Schwimmer zur Ruhe.
Claudia

Perlen auf der Schnur

Unser siebter Tag (radelnd? - radelnd!)

Leider brach der traurige Tag der Rückfahrt an.
Wir hatten unsere Sachen schon am Vortag bis auf Kleinigkeiten gepackt, so daß wir pünktlich um 9.15 Uhr mit reichlich Proviant ausgestattet zu unserer Rückreise starten konnten. Wir fuhren erst einmal zum Schwimmbad, wo wir uns mit gelben Vereinstassen für Freundlichkeit und Dienstleistungen des Schwimmbadteams bedankten. Dann brachen wir endgültig nach Detmold auf.

Nach den ersten Kilometern merkten wir den Erfolg des Trainingslagers: Wir fuhren ein Stück schneller als auf der Hinfahrt und auch die Berge bereiteten uns keine größeren Probleme mehr. Außer einem Platten verlief die restliche Fahrt ohne größere Zwischenfälle.

In Leopoldstal hielten wir an einem Blumencafe, wo wir uns im Schatten sitzend mit Kuchen und Eis für unsere letzte Etappe stärkten. Diese endete in Familie Kunkels Garten, wo wir sehr nett mit Erfrischungen begrüßt wurden und dort löste sich nachher auch unsere Gemeinschaft auf. Mir hat das Trainingslager diesmal sehr gefallen und ich werde sicher beim nächsten Mal wieder dabei sein.
Marianne

Schnell ist gar kein Ausdruck. Trotz der langen Steigung und einer kleinen Irrfahrt mit saftigem Hügel (Hans-Walter war etwas um unsere Kondition besorgt) lag der Schnitt bei 21 km/h.
Jeden drängte es zur Spitze und unsere Truppe sah aus wie das Peloton bei der Tour de France! Großes Lob an die Gruppe für die gute und disziplinierte Fahrweise.
Der Reparaturtrupp

Rückweg: Rast am See